Warum wir uns selbst oft im Weg stehen – und wie wir endlich klarer sehen
8. Dezember 2025
Es gibt Phasen im Leben, in denen wir uns wie in einem Nebel bewegen. Wir funktionieren, stehen morgens auf, gehen unseren Aufgaben nach – aber innerlich begleitet uns das diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Wir spüren, dass wir etwas brauchen, können es aber nicht benennen. Wir merken Spannung, aber wissen nicht, woher sie kommt. Genau so ein Moment war für mich vor einigen Jahren der Startpunkt meiner eigenen Reise zu mehr Klarheit.
Ich erinnere mich gut an diesen Nachmittag. Ich saß am Küchentisch, ein Tee neben mir, Laptop noch aufgeklappt – aber eigentlich war ich woanders. In Gedanken drehte ich mich im Kreis. Ich war gereizt, überfordert, gleichzeitig wie betäubt. Und ich wusste nicht einmal genau, warum. Es war einer dieser Tage, an denen das Leben wie zu laut, zu viel, zu eng erscheint. Rückblickend kann ich sagen: Das war der Punkt, an dem ich begann, mich ernsthaft mit innerer Klarheit zu beschäftigen.
Warum wir oft keinen Zugang zu unseren wahren Gefühlen haben
Wir alle tragen Muster in uns, die uns irgendwann einmal geholfen haben:
still sein, tapfer sein, anpassen, durchhalten, funktionieren.
Diese Muster waren Schutz. Aber im Erwachsenenleben werden sie zu Mauern.
Ein Beispiel, das viele kennen:
Wir reagieren über – sind wütend oder verletzt – und wissen gleichzeitig selbst, dass die Emotion viel größer ist als der Auslöser. Oder wir fühlen gar nichts, obwohl wir wissen, dass wir fühlen sollten. Wir verlieren den Zugang zum eigenen System.
Jeru Kabbal, der Begründer des Clarity Process, beschreibt das so schlicht wie treffsicher:
„Wir sehen die Gegenwart nicht. Wir sehen unsere Vergangenheit.“
Wenn alte Programme im Hintergrund laufen, bemerken wir oft nicht, dass sie uns steuern wie eine unsichtbare Hand.
Klarheit bedeutet nicht: Gefühle abstellen. Klarheit bedeutet: Verstehen.
Einer der größten Irrtümer ist die Idee, Klarheit bedeute, „rationaler“ oder „kontrollierter“ zu werden.
Das Gegenteil ist der Fall.
Klarheit bedeutet:
- ich erkenne, was wirklich JETZT in mir passiert
- ich spüre die feine Grenze zwischen alten Erinnerungen und aktuellen Reizen
- ich kann unterscheiden, was wirklich mein Problem ist – und was ein Echo meiner Geschichte
Der Clarity Process arbeitet dabei mit achtsamen, sanften Methoden. Man muss nicht mutig sein oder „etwas aushalten“. Man muss nur neugierig sein, sich selbst ein bisschen besser kennenzulernen.
Der Wendepunkt: Die Kamera-Perspektive
Eine der ersten Übungen, die mich damals tief beeindruckt hat, war die sogenannte Kamera-Perspektive.
Die Einladung klingt einfach:
Beschreibe dich selbst aus der Sicht eines neutralen Beobachters.
Nicht: „Ich fühle mich schlecht.“
Sondern: „Sie sitzt am Tisch, der Rücken angespannt, die Stirn in Falten.“
Nicht: „Ich halte das nicht aus.“
Sondern: „Sie wirkt überfordert und versucht, sich zusammenzureißen.“
Diese Perspektive schafft sofort Distanz – aber eine liebevolle Distanz.
Man sieht sich selbst wie eine Figur in einem Film. Und plötzlich entsteht Raum.
Raum zum Atmen. Raum für Erkenntnis. Raum für Veränderung.
Was passiert, wenn wir anfangen, uns selbst wahrhaftig zu sehen
Wenn wir diesen Raum öffnen, beginnt etwas sehr Natürliches:
Innere Ordnung entsteht. Wie wenn man ein überfülltes Zimmer lüftet.
Viele Menschen, die Clarity Sessions erleben, berichten davon:
- dass sie plötzlich wieder spüren, was ihnen wichtig ist
- dass sie sich weniger überrollen lassen von Emotionen
- dass ihre Beziehungen leichter werden
- dass sie nicht mehr alles gleichzeitig lösen wollen
- dass sie nach der Session „klarer atmen“
Ich habe selbst viele Momente erlebt, in denen ich dachte:
„Ach so. Das mache ich also jedes Mal.“
Und allein die Erkenntnis verändert bereits etwas Grundlegendes.
Klarheit ist nichts, was man einmal erreicht. Es ist ein Weg.
Dieser Weg beginnt oft mit einer einfachen Frage:
„Was geht gerade wirklich in mir vor?“
Wenn du das Gefühl hast, dass dich innerer Nebel, Unruhe oder alte Muster ausbremsen, kann der Clarity Process ein sehr wirksamer Einstieg sein. Er ist sanft, strukturiert und völlig undramatisch – und gerade deshalb so tief.
Du erreichst Sigrid für alle Fragen rund um Clarity unter Clarity@sigridhauer.life
Autorenbio
Sigrid Hauer begleitet Menschen auf dem Weg zu mehr innerer Klarheit – ein Weg, den sie selbst aus eigener Erfahrung kennt. Viele Jahre funktionierte sie nach außen stark, während im Inneren Fragen, alte Muster und ein leiser Druck wuchsen, der keinen Namen hatte. Erst durch den Clarity Process entdeckte sie einen Zugang zu sich selbst, der weder schmerzhaft noch konfrontativ sein musste: still, sanft, ehrlich.
Diese Erfahrung prägt heute ihre Arbeit als Clarity-Coach. Sigrid schafft Räume, in denen Menschen sich selbst wieder spüren können – ohne sich erklären zu müssen, ohne bewertet zu werden. Ihre Sessions verbinden liebevolle Achtsamkeit mit klarer Struktur und einer warmen, humorvollen Bodenständigkeit.
Sie glaubt zutiefst daran, dass persönliche Entwicklung nicht hart sein muss. Dass wir unsere Vergangenheit ansehen können, ohne darin zu versinken. Und dass echte Veränderung dort entsteht, wo wir uns selbst zum ersten Mal wirklich zuhören.
Sigrid lebt am Bodensee und schreibt über innere Freiheit, Mut, Selbstfürsorge und die Kunst, das eigene Leben Stück für Stück wieder zu sich zurückzuholen.
Du erreichst Sigrid für alle Fragen rund um Clarity unter Clarity@sigridhauer.life
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